Montag, 11. September 2006
Verloren, Gefunden, Gerächt
applefresser, 01:32h
Willkommen verehrte Leserschaft zu meinem ersten Eintrag in meinem Blog.
Dem Thema, dem ich mir zuerst widmen möchte, liegt eine gewisse Ethik zugrunde. Es handel sich nämlich um jene besondere Ereignisse, die die Medien in den letzten Wochen doch so sehr erschütterten und, zu denen quasi die Meinung direkt mitverbreitet wird, die die Medienkonsumenten haben sollen.
Nämlich die Entführung und recht aktuelle Flucht der von Natascha Kampusch und Stephanie Rudolph. Erstere wurde über achte Jahre hinweg in einem Keller eingesperrt und konnte ihmrem "Peiniger" Proklopil schließlich entkommen, Letztere wurde nach etwa einem Monat durch die Polizei aus der Wohnung eine gewissen Mario M. befreit.
In beiden Fällen liegt eine Freiheitsberaubung vor und mutmaßliche sexuelle Übergriffe - Kampusch äußerte sich bislang noch nicht, Rudolph will nun ebenfalls vor die Kameras treten - angeblich haben 100 Vergewaltigungen stattgefunden.
Währen sich Priklopil jedweder Verantwortung entzog, indem er Schienensuizid beging, befindet sich M. in Untersuchungshaft.
Aber was ist nun die Intention der Opfer? Gemäß http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436232,00.html wünscht sich Stephanie Rudolph, dass ihre Entführer nun für immer und ewig in Gewahrsam kommt, nie wieder aus dem Gefängnis. Etwas ähnliches wäre durchaus denkbar gewesen, wenn nun Priklopil noch leben würde. Sicherlich, eine entsprechende Person laufen zu lassen hätte durchaus Nachteile - so wäre es denkbar, dass es zu weiteren Fällen kommen könnte, in denen M. straffällig wird, ferner sehnen sich doch manche danach, jenes zu sühnen, ihn einfach zu lynchen.
Ohnehin scheint es mittlerweile Gang und Gebe zu sein, dass man sich dafür ausspricht, Hinrichtungen für SexualstraftäterInnen zu legalisieren, manch einer sieht es durchaus als legitim an - warum auch nicht?
Wer macht sich schon Gedanken dazu? Es herrscht die Meinung vor, gleiches mit gleichem zu vergelten - aber wo kämen wir da hin? Einerseits würden definitiv christliche Werte auf der Strecke bleiben, mir Feindesliebe hätte das nun definitiv wenig zu tun und auch diverse andere ethische Konzepte sprächen sich dagegen aus.
Was sind das bitte für Menschen, die einen christlichen Glauben heucheln und dann wollen, dass SexualstraftäterInnen blind vergolten wird, nur weil Sexualstraftaten durchweg als unmenschlich gelten, weil es doch Monster seien?
Keineswegs befürworte ich solche Taten - eigentlich befürworte ich gar keine Gewalt, halte nichts von alle dem für legitim, aber wenn ich aufgefordet werde, eine Hierarchie zu errichten, was schlimmer ist, dann würde ich sagen, dass jedwede vorrangegangene Straftat weniger schlimm ist als eine darauf folgende, also, dass das Vergelten eines Mordes höhere Sanktionen zur Folge haben sollte als der Mord selbst. Auch sollte eine Rache glorifiziert werden.
Ein solches Prinzip wurzelt offenbar darin, dass es sich einerseits evolutionstechnisch bewährt hat, andererseits auch einfach in allen Medien angepriesen wird und unreflektiert übernommen wird. Eigentlich sehr schade.
Dem Thema, dem ich mir zuerst widmen möchte, liegt eine gewisse Ethik zugrunde. Es handel sich nämlich um jene besondere Ereignisse, die die Medien in den letzten Wochen doch so sehr erschütterten und, zu denen quasi die Meinung direkt mitverbreitet wird, die die Medienkonsumenten haben sollen.
Nämlich die Entführung und recht aktuelle Flucht der von Natascha Kampusch und Stephanie Rudolph. Erstere wurde über achte Jahre hinweg in einem Keller eingesperrt und konnte ihmrem "Peiniger" Proklopil schließlich entkommen, Letztere wurde nach etwa einem Monat durch die Polizei aus der Wohnung eine gewissen Mario M. befreit.
In beiden Fällen liegt eine Freiheitsberaubung vor und mutmaßliche sexuelle Übergriffe - Kampusch äußerte sich bislang noch nicht, Rudolph will nun ebenfalls vor die Kameras treten - angeblich haben 100 Vergewaltigungen stattgefunden.
Währen sich Priklopil jedweder Verantwortung entzog, indem er Schienensuizid beging, befindet sich M. in Untersuchungshaft.
Aber was ist nun die Intention der Opfer? Gemäß http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436232,00.html wünscht sich Stephanie Rudolph, dass ihre Entführer nun für immer und ewig in Gewahrsam kommt, nie wieder aus dem Gefängnis. Etwas ähnliches wäre durchaus denkbar gewesen, wenn nun Priklopil noch leben würde. Sicherlich, eine entsprechende Person laufen zu lassen hätte durchaus Nachteile - so wäre es denkbar, dass es zu weiteren Fällen kommen könnte, in denen M. straffällig wird, ferner sehnen sich doch manche danach, jenes zu sühnen, ihn einfach zu lynchen.
Ohnehin scheint es mittlerweile Gang und Gebe zu sein, dass man sich dafür ausspricht, Hinrichtungen für SexualstraftäterInnen zu legalisieren, manch einer sieht es durchaus als legitim an - warum auch nicht?
Wer macht sich schon Gedanken dazu? Es herrscht die Meinung vor, gleiches mit gleichem zu vergelten - aber wo kämen wir da hin? Einerseits würden definitiv christliche Werte auf der Strecke bleiben, mir Feindesliebe hätte das nun definitiv wenig zu tun und auch diverse andere ethische Konzepte sprächen sich dagegen aus.
Was sind das bitte für Menschen, die einen christlichen Glauben heucheln und dann wollen, dass SexualstraftäterInnen blind vergolten wird, nur weil Sexualstraftaten durchweg als unmenschlich gelten, weil es doch Monster seien?
Keineswegs befürworte ich solche Taten - eigentlich befürworte ich gar keine Gewalt, halte nichts von alle dem für legitim, aber wenn ich aufgefordet werde, eine Hierarchie zu errichten, was schlimmer ist, dann würde ich sagen, dass jedwede vorrangegangene Straftat weniger schlimm ist als eine darauf folgende, also, dass das Vergelten eines Mordes höhere Sanktionen zur Folge haben sollte als der Mord selbst. Auch sollte eine Rache glorifiziert werden.
Ein solches Prinzip wurzelt offenbar darin, dass es sich einerseits evolutionstechnisch bewährt hat, andererseits auch einfach in allen Medien angepriesen wird und unreflektiert übernommen wird. Eigentlich sehr schade.
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